NS-Gesetz entscheidet über "Christ-Sein" !!!

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Christian
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NS-Gesetz entscheidet über "Christ-Sein" !!!

Beitrag von Christian » Mo Dez 30, 2019 8:53 am

Auch wenn es viele vielleicht gar nicht wissen, aber Fakt ist, dass bis heute ein NS-Gesetz aus dem Jahr 1939 über Sein oder Nicht-Sein als Kirchenmitglied in Österreich entscheidet. Und das ist eine Schande!
Besonders junge Menschen sind von dierser Regelung betroffen, denn fragt man junge Leute, so hört man vor allem zwei Gründe, warum sie der Kirche den Rücken kehren: Ihre Eltern traten aus der Kirche aus und ließen sie daher nicht taufen oder sie traten selbst aus. Als Auslöser für diesen Schritt wird fast immer die erstmalige Vorschreibung des Kirchenbeitrags genannt. Das Frauenpriestertum und nicht einmal die Missbrauchsfälle sind relevante Gründe. Doch der "nette Erlagschein", der sich da so plötzlich im Briefkasten befindet, setzt vielfach den berühmten Schlußpunkt über die laufende Entfremdung, die anscheinend gewollt ist.
Der Artikel unten aus der "Presse" von Gudula Walterskirchen bringt es auf den Punkt und es stellt sich die Frage, wann ist endlich Schluss damit?
Ausgrenzung aus der christlichen Gemeinschaft.pdf
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Christian
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Re: NS-Gesetz entscheidet über "Christ-Sein" !!!

Beitrag von Christian » Do Jan 16, 2020 7:39 am

Österreichweit stieg die Zahl der Kirchenaustritte im vergangenen Jahr 2019 um 14,9 Prozent.

Zwar wird die fatale Zahl, wie so oft, durch viele andere negative Begleiterscheinungen der Kirche ( Missbrauchsfälle, Vorwürfe gegen den einstigen Klagenfurter Bischof Alois Schwarz,etc.) schön geredet. Doch wer genau hinsieht, muss feststellen, dass es so einfach nicht ist. Denn es muss die Frage erlaubt sein: Welche Form der Werbung um die Menschen macht die Kirche heute?
Ja bislang war das Alles eine klare Sache. Taufe als +/- Neugeborener, damit hinein gewachsen in eine Tradition, bei der so gut wie alle rundum mitmachten. Die wenigen, die sich dagegen auflehnten und ausstiegen - irgendwelche "Querulanten", Eigenbrötler, ...
Allerdings nehmen heute diese "Eigenbrötler" immer mehr zu - und vielleicht sogar zurecht, denn was bietet denn die "Institution der Kirche". Ich weiß schon, die Caritas oder die Diakonie, soziale Einrichtungen, usw. Aber bringen die Menschen diese an sich eigene Institutionen mit der Kirche noch in direkte Verbindung? Vielmehr herrscht oft das Bild oder besser gesagt "Image" vor, dass von der Kirche Messen ohne wirkliches Gemeinschaftserlebnis am Sonntag angeordnet werden, die zu besuchen sind. Dazu Priester und Ordensleute (bis auf wenige Ausnahmen), die oft lebensfern und lebensfremd sind, da sie mit den "normalen Lebensumständen und - anforderungen" wenig zu tun haben. Dann dazu die ständigen Skandale, die so gut wie nicht geahndet werden - "Wasser predigen und Wein trinken". Und bei direkten Begegnungen oder Gesprächen, so die Aussage etlicher junger Menschen, reicht die Bandbreite von selbstgefälliger Überheblichkeit bis zu völliger, manchmal dümmlicher, Unwissenheit - was sich u.a. am Rückgang der Beichtgespräche niederschlägt.
All das schmerzt - umso mehr, als dass jene, die der Kirche anscheinend Schaden zufügen, in dem "Verein", wie manche sagen, bleiben. Und jene, die sich eine andere, bessere Kirche wünschen, dies Alles nicht mehr mittragen wollen - und gehen. Zu diesen wunden Punkten zählt auch der oben angeführte Kirchenbeitrag, wozu mir jemand letztens folgendes erklärte: "Als Mitglied des Vereines hätte ich auch das Recht über den Mitgliedsbeitrag zu bestimmen, so es denn eine Hauptversammlung gäbe. Diese gibt es aber nicht und der Beitrag wird mir einfach so vorgeschrieben, dazu in einer Höhe, die gelinde gesagt, beachtlich ist.
Als Jugendlicher bekomme ich einfach eines Tages eine Zahlungsaufforderung zugestellt, so wie bei einer Verwaltungsübertretung. Keine Einladung, keine Werbung, kein Herausstreichen der möglichen Vorzüge, ... - einfach "dieser Betrag ist umgehend einzuzahlen". - Leute, so kann man keine Interessenten ködern oder neue Mitglieder werben. Kommt vielleicht mal im Hier und Jetzt an!"


Nun, der junge Mann hat vielleicht gar nicht so unrecht. Es wäre an der Zeit, wenn die Kirche hierzulande oder in ganz Europa endlich im "Hier und Jetzt" ankommen würde. Ein Aufruf, der an alle (noch verbliebenen) Mitglieder der Kirche ergehen sollte ...
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Re: NS-Gesetz entscheidet über "Christ-Sein" !!!

Beitrag von Christian » Mo Jan 20, 2020 6:14 pm

Auch in "Der Presse" ist zu dem Thema nun eine interessante Stellungnahme von Rudolf K. Höfer, ao. Univ.-Prof. i. R. für Kirchengeschichte an der Universität Graz zu lesen gewesen -->
Kirchenaustritte.pdf
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