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Die Kunst zuhören zu können …

Unsere Welt ist laut geworden. Nicht nur aufgrund des Straßenverkehrs, der Maschinen, der Geschäftigkeit – auch weil wir oft verlernt haben zuzuhören. Zu Hören ist heute schon fast eine Kunst, infolge der vorhin beschriebene Dauerbeschallung, der man, zumindest in den Städten und Ballungsräumen so gut wie kaum mehr entfliehen kann. Trotzdem brauchen wir Menschen das Zuhören. Ja ich würde sogar sagen, es ist für uns lebenswichtig – zumindest für den Geist und die Seele.

In der Arbeitswelt ist es nicht viel besser, denn von fast jedem vielversprechenden Mitarbeiter wird heute Kommunikationsstärke erwartet. Er oder sie soll präsentieren, argumentieren, überzeugen können – und das alles dank mitreißender Eloquenz und einigermaßen geschliffener Rhetorik. Alles prinzipiell nicht falsch. Doch wird dabei allzuoft jene Eigenschaft vergessen, die auf den ersten Blick weitaus weniger kräftezehrend wirkt: das aktive Zuhören können.

Das Zuhören kann auch über Sieg oder Niederlage entscheiden, was uns schon die Legenden aus dem griechischen Altertum lehren. Vielleicht erinnert sich jemand an die Erzählung von Krösus, dem König von Lydien? Dieser befragte das Orakel von Delphi, ob er denn gegen die Perser marschieren solle.

„Wenn du das tust“, so prophezeite ihm das Orakel, „wirst du ein mächtiges Reich zerstören.“

Na super, dachte sich Krösus. Welches Reich könnte wohl mächtiger sein als das der Perser? Und das Orakel hatte ihm nun ja somit praktisch garantiert, dass er siegreich sein würde.

Also zog Krösus hochmütig und siegesgewiss in den Kampf – und verlor. In seinem Wunsch nach einem kolossalen Triumph, hörte er nur das, was er hören wollte. Was er überhörte, wenn nicht gar ignorierte, war die Rückfrage, welches Reich das Orakel mit der Prophezeiung meinte. So besiegelte Krösus seinen eigenen Untergang…

Also sollte Zuhören gelernt sein, denn es zahlt sich aus. In verschiedenen Studien wurde nun herausgefunden, das es vier verschiedene Typen von Zuhörern gibt:

  1. Der Weghörer

    Hier handelt es sich genau genommen gar nicht um einen richtigen Zuhörer. Hier aber von böswilligen Ignoranten zu sprechen, wäre ebenso verkehrt. Weghörer sind einfach nur Menschen mit Problemen auf zwischenmenschlicher Ebene. Sie sind eher introvertiert und tun sich schwer damit, sich ganz auf ihr Gegenüber einzulassen.

  2. Der selektive Zuhörer

    Auch diese Type hört nicht richtig zu – er/sie tut bloß so. Tatsächlich hört er oder sie nur, was er oder sie hören will. Und wenn diese Typen etwas nicht interessiert, schalten sie meist sofort ab. Mit der Folge, dass die Gespräche mit diesem Zuhörer-Typen allenfalls an der Oberfläche kratzen.

  3. Der bewertende Zuhörer

    Dahinter verbirgt sich ein geübter Diskutant mit dem Anspruch, keinen Dialog führen zu wollen, sondern eine Debatte zu gewinnen. Entsprechend hört und versteht er zwar die Argumente, ist in Gedanken aber schon längst bei seinen Gegenargumenten und dem Schlagabtausch. Diese Typen sind oft blitzgescheit, analysieren schnell – aber echtes Verstehen oder gar Verständnis fehlt ihnen häufig.

  4. Der aktive Zuhörer

    Das wäre der Idealtypus des Zuhörers. Er stoppt seinen inneren Monolog, wenn er zuhört, schenkt seinem Gegenüber dabei seine ganze Aufmerksamkeit und stellt sich auf den Gesprächspartner voll – und auch emotional – ein. Kurz: Er besitzt emotionale Intelligenz.

Gute Zuhörer liegen also irgendwo zwischen Typus drei und vier. Was hat das nun mit uns Christen, mit uns LaiensalvatorianerInnen zu tun? – Nun, auch wir sollen/müssen unserem gegenüber gut zuhören können. Dies ist wichtig, denn wer anderen Menschen gut zuhören kann,

  • erfährt mehr und kann so bessere Entscheidungen treffen oder stichhaltige Argumente finden.

  • kann Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden – und dies anschließend auch entsprechend kommentieren.

  • gibt dem Gegenüber das Gefühl, respektiert und mit Wertschätzung betrachtet zu werden und hilft ihm, sich besser zu fokussieren.

  • hilft sich selbst dabei, sich besser zu konzentrieren und wird hernach mehr respektiert und geachtet.

  • kann damit anderen eine wirkliche Hilfe sein

Dies ist in der Begegnung und im Gespräch mit anderen Menschen immens wichtig.Oftmals muss Mann/Frau sich einfach Dinge von der Seele reden. Dabei wird mitunter gar keine komplette Antwort auf alle Dinge erwartet, vielmehr geht es nur um die wirkliche Anteilnahme – um das Teilen des Ausgesprochenen. Und schon kleine Anmerkungen oder Fragen unsererseits, bringen den Aussagenden dazu, seinen Blickwinkel zu verändern und so vielleicht eine Lösung zu erkennen.

Nicht zu vergessen ist aber auch, dass uns in solchen Momenten Gott begegnet. Denn vielleicht werden uns in dem Gespräch auch Dinge mitgeteilt, die Gott uns sagen will. Sollten wir da nicht dann ganz besonders unsere Ohren spitzen?

Und außerdem wollen wir ja auch bei unseren Mitmenschen Gehör finden. Wie aber soll das gehen, wenn wir dazu selbst nicht in der Lage sind? Somit muss man abschließend feststellen:

 

Wer wirklich was zu sagen hat, hört erst einmal zu.

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