{"id":2029,"date":"2019-03-05T15:35:14","date_gmt":"2019-03-05T14:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.laiensalvatorianer.at\/spiritual\/?p=2029"},"modified":"2019-03-05T15:35:14","modified_gmt":"2019-03-05T14:35:14","slug":"unser-gottesbild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.laiensalvatorianer.at\/spiritual\/unser-gottesbild\/","title":{"rendered":"Unser Gottesbild?"},"content":{"rendered":"\n\n<div class=\"kk-star-ratings kksr-auto kksr-align-right kksr-valign-top\"\n    data-payload='{&quot;align&quot;:&quot;right&quot;,&quot;id&quot;:&quot;2029&quot;,&quot;slug&quot;:&quot;default&quot;,&quot;valign&quot;:&quot;top&quot;,&quot;ignore&quot;:&quot;&quot;,&quot;reference&quot;:&quot;auto&quot;,&quot;class&quot;:&quot;&quot;,&quot;count&quot;:&quot;0&quot;,&quot;legendonly&quot;:&quot;&quot;,&quot;readonly&quot;:&quot;&quot;,&quot;score&quot;:&quot;0&quot;,&quot;starsonly&quot;:&quot;&quot;,&quot;best&quot;:&quot;5&quot;,&quot;gap&quot;:&quot;5&quot;,&quot;greet&quot;:&quot;Rate this post&quot;,&quot;legend&quot;:&quot;0\\\/5 - (0 votes)&quot;,&quot;size&quot;:&quot;24&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Unser Gottesbild?&quot;,&quot;width&quot;:&quot;0&quot;,&quot;_legend&quot;:&quot;{score}\\\/{best} - ({count} {votes})&quot;,&quot;font_factor&quot;:&quot;1.25&quot;}'>\n            \n<div class=\"kksr-stars\">\n    \n<div class=\"kksr-stars-inactive\">\n            <div class=\"kksr-star\" data-star=\"1\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" data-star=\"2\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" data-star=\"3\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" data-star=\"4\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" data-star=\"5\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n    <\/div>\n    \n<div class=\"kksr-stars-active\" style=\"width: 0px;\">\n            <div class=\"kksr-star\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n            <div class=\"kksr-star\" style=\"padding-right: 5px\">\n            \n\n<div class=\"kksr-icon\" style=\"width: 24px; height: 24px;\"><\/div>\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div>\n                \n\n<div class=\"kksr-legend\" style=\"font-size: 19.2px;\">\n            <span class=\"kksr-muted\">Rate this post<\/span>\n    <\/div>\n    <\/div>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Vor einiger Zeit hatte ich eine intensiv-interessante und auch fordernde Diskussion zum Thema \u201eGottesbild\u201c. Dabei kam die Frage auf: \u201eWas haben wir f\u00fcr ein Bild von Gott und wie \u00e4ndert sich dieses mit der Zeit?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><a href=\"https:\/\/www.laiensalvatorianer.at\/spiritual\/unbekannte-person\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2027\" src=\"https:\/\/www.laiensalvatorianer.at\/spiritual\/wp-content\/uploads\/Unbekannte-Person-266x300.jpg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.laiensalvatorianer.at\/spiritual\/wp-content\/uploads\/Unbekannte-Person-266x300.jpg 266w, https:\/\/www.laiensalvatorianer.at\/spiritual\/wp-content\/uploads\/Unbekannte-Person.jpg 399w\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><\/a>Zuerst einmal fiel mir dazu nur der Text aus der Bibel ein: \u201e<em>Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.\u201c (Ex 20,4)<\/em> Und ich fragte mich, wieso das denn \u00fcberhaupt ein Thema sei. Allerdings zeigte sich sehr rasch, wie sehr wir tagt\u00e4glich mit verschiedenen \u201eGottesbildern\u201c konfrontiert werden, ohne dass uns dies vielleicht wirklich bewusst wird. Dabei geht es nun nicht um verschieden Ansatzpunkte durch andere Religionen, nein, allein das christliche Verst\u00e4ndnis und der Zugang k\u00f6nnen hier sehr unterschiedliche, mitunter sogar gegens\u00e4tzliche Aussagen treffen. Es zeigte sich relativ rasch, dass unser wahrscheinlich weit verbreitetes modernes Gottesbild, um es vorsichtig zu formulieren, sehr naiv zu sein scheint. Auf der einen Seite erinnern wir Christen den Herrn in Lobpreisungen daran, dass er die Welt geschaffen hat und wir arme S\u00fcnder sind, &#8211; ganz so als ob ihm das entfallen sein k\u00f6nnte. Dabei w\u00e4re es wahrscheinlich vern\u00fcnftiger, sich selbst einzugestehen, dass man selber immer wieder vergesslich wird und Verfehlungen begeht. Doch Glaube und glauben mit Vernunft zusammen zu bringen, ist so eine eigene Sache.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Interessant erscheint hier, dass etwa Atheisten trotz einer sich rasant \u00e4ndernden Welt meist von einer Unver\u00e4nderlichkeit des Glaubens ausgehen. Nach ihren Vorstellungen haben Gl\u00e4ubige schon immer so \u00fcber Gott gedacht, wie heute. Ungeachtet unseres wissenschaftlichen und technischen Scharfsinns ist unser religi\u00f6ses Denken hingegen auf weiten Strecken auff\u00e4llig unterentwickelt, ja man muss sagen, ganz einfach wirklich primitiv. Eigentlich w\u00e4re es die Aufgabe der Kirchen, hier eine gewisse Weiterentwicklung einzuleiten, doch da ist eher Verharren als Bewegung angesagt. Vielleicht auch, weil man bef\u00fcrchtet, sich dann von einigen liebgewordenen und mitunter eintr\u00e4glichen \u201eUnwahrheiten\u201c verabschieden zu m\u00fcssen und des weiteren in einen Erkl\u00e4rungsnotstand geraten w\u00fcrde. Die Frage, warum man denn dies nicht schon lange getan hat, wird immer schwerer zu beantworten sein. Wie auch immer, wahrscheinlich liegt es ja ebenso an den Menschen selbst, dass sie manches nicht ver\u00e4ndern m\u00f6chten, weil unsere Zeit sowieso permanent in einem ziemlich rasanten und nie dagewesenen Umbruch ist. Da ist so eine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit in spirituelles \u201eHeimatland\u201c, in dem noch Alles an seinem Platz zu sein scheint, vielleicht eine Hilfe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">In dem Gespr\u00e4ch zeigte sich weiters auch, dass wir uns als Kind ein Bild von Gott zusammen zimmern, welches nur selten in sp\u00e4terer Folge weiter entwickelt wird. Meistens endet diese Entwicklung mit dem Ende der Unterstufe der Schulzeit und bleibt nachher eingefroren. Das ist gewiss einer der Hauptgr\u00fcnde, warum viele Menschen sp\u00e4ter mit Glauben und Kirche ihre Schwierigkeiten bekommen. Aus dieser Unsicherheit heraus wird dann, schon bei einem geringen Anlass, beiden schnell der R\u00fccken gekehrt. Und dies, obwohl eine tiefe Sehnsucht nach dem \u201eMystischen\u201c stets noch mehr oder weniger stark vorhanden ist. Das zeigt sich darin, dass einige in andere Religionen abwandern und w\u00e4hrend andere hingegen zu \u201eAtheisten\u201c werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Trotz allem allerdings bleibt \u201edas g\u00f6ttliche Konzept\u201c in den K\u00f6pfen irgendwie vorhanden, denn es wird weiter viel dar\u00fcber gesprochen und es durchzieht in vielf\u00e4ltiger Weise unser Dasein. Einige besonders aufgekl\u00e4rte Zeitgenossen meinen dann ganz genau zu wissen, was Gott f\u00fcr einen Gl\u00e4ubigen so darstellt: das H\u00f6chste Wesen, das die Welt und alles in ihr geschaffen hat. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Erschrecken wir dann dabei, wenn klar w\u00fcrde, wie grob und unpr\u00e4zise unsere Rede von einem H\u00f6chsten Wesen klingt, weil Gott eigentlich doch gar kein Wesen ist? &#8211; Und wie kommen wir eigentlich dazu, ihn als &#8222;gut&#8220;, &#8222;weise&#8220; oder &#8222;intelligent&#8220; zu bezeichnen? Viele Gl\u00e4ubige und die \u00fcberwiegende Mehrheit der Theologen vertreten die Theorie, dass Gott ganz und gar transzendent sei. Aber trotzdem haben sie mitunter erstaunlich konkrete Vorstellungen, wer &#8222;ER &#8211; SIE &#8211; ES\u201c ist und was &#8222;ER &#8211; SIE &#8211; ES\u201c von uns erwartet. Und ganz abgesehen davon, neigen wir nicht selten dazu, sein uns unheimliches \u201eAnderssein\u201c irgendwie z\u00e4hmen zu wollen und ihn nach unseren W\u00fcnschen und Vorstellungen umzuwandeln \u2013 ja man k\u00f6nnte fast sagen, irgendwie gef\u00fcgig zu machen. So wird Gott immer wieder angefleht, etwa eine Nation zu segnen oder die K\u00f6nigin oder den Pr\u00e4sidenten zu sch\u00fctzen, ebenso unsere Krankheiten zu heilen oder gar den n\u00e4chstbesten Fu\u00dfballverein zum Sieg zu verhelfen. Wie schon fast selbstverst\u00e4ndlich, k\u00f6nnen wir dabei Spieler verschiedenster Mannschaften, aber auch andere Sportler, beobachten, wie sie mit gro\u00dfen Gesten der Anbetung im Stadion oder anderen Austragungsst\u00e4tten vor dem Wettbewerb, h\u00f6here Unterst\u00fctzung erflehen. Dabei sind deren Gegner doch wohl vermutlich auch Kinder Gottes und damit Gegenstand seiner Liebe. Was also denken wir uns dabei, und welche eigenartige Vorstellungen haben wir von Gott?<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt; color: #800000;\">Darf sich denn unser Gottesbild \u00e4ndern?<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Wir Menschen sind visuelle Wesen und nicht wenige von uns denken und merken sich viele Dinge und Zusammenh\u00e4nge einfach in Bildern. Die Einf\u00fchrung eines abstrakten Gottes, von dem man sich kein Bild machen kann und darf, f\u00e4llt somit schwer \u2013 und das war schon immer so! Sowohl Arch\u00e4ologie, als auch die Religionswissenschaften enth\u00fcllen immer deutlicher, dass das Alte Testament kein Dokument der alt-israelitischen Religionsgeschichte ist. Das bedeutet, die Bibel erz\u00e4hlt uns sicher nicht, was wirklich gewesen ist. Vielmehr liefert sie uns eine Interpretation dieser Geschichte aus dem Blickwinkel der Zeit des perserzeitlichen und hellenistischen Judentums. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Somit pr\u00e4sentiert die Bibel keine Geschichte, sonder sie erz\u00e4hlt Geschichten. Und dabei waren die Verh\u00e4ltnisse, als die Geschichte mit Gott ihren Anfang nahm, auch nicht so einzigartig, als sie das versucht vorzugeben. Zahlreiche Hinweise der Arch\u00e4ologen deuten darauf hin, dass sich die Religion in den K\u00f6nigreichen Israel und Juda kaum von jenen der Nachbarn unterschieden haben. Auch im Land Jahwes wurden andere G\u00f6tter verehrt und Bilder und Skulpturen angebetet. Manche Theologen charakterisieren die Religion des alten Israel als \u201eLokalauspr\u00e4gung nordwest-semitischer Religionen\u201c. Somit kann man sagen, dass Jahwe selbst eine Geschichte des Werdens hat und sich aus verschiedenen Gottesbildern herauskristallisiert hat. Nicht zuletzt fanden aber auch ganz irdische Attribute aus dem Neuassyrischen Reich (ab dem 9. Jahrhundert v. Chr.) und dessen K\u00f6nigen Einfluss. Der Grund ist darin zu sehen, dass die Bibelautoren, schwankend zwischen Furcht und Faszination gegen\u00fcber Assur, den Staatsgott der Israeliten als \u201ealtorientalischen Despoten\u201c erschufen. Jenes alttestamentarische Gottesbild also, mit dem heute viele Menschen unserer Zeit ihre Schwierigkeiten haben und es somit ablehnen oder zumindest verdr\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Mit dem Untergang von Juda im Jahr 587 v. Chr. und der damit verbundenen Zerst\u00f6rung des Tempels in Jerusalem entwickelte sich im Denken der Israeliten ein neues, form- und gestaltloses Gottesbild. Denn als transzendentes Wesen war er unzerst\u00f6rbar, an keinen spezifischen Ort gebunden und f\u00fcr uns Menschen nicht fassbar &#8211; und konnte so Jahrtausende \u00fcberdauern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Doch wie schon gesagt, f\u00fcr uns visuell gepr\u00e4gte Wesen ist es schwer, uns keine Vorstellung von Dingen machen zu d\u00fcrfen. Weshalb es wie eine Erleichterung erschien, dass wir sp\u00e4testens mit Jesus wieder eine mehr oder weniger \u201ereale\u201c Gestalt von Gott haben konnten. Doch auch diese blieb nicht konstant und \u00e4nderte im Laufe der Geschichte ihr Bild. Zeigt sich zu Beginn des Christentums noch mehr die Darstellung des befreiten Auferstandenen und segnenden Christus, so trat mit dem Mittelalter immer mehr der gepeinigte und am Kreuz gestorbene Christus in den Vordergrund. Und dieses Bild blieb uns irgendwie bis heute erhalten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Interessant ist dabei vielleicht die Reaktion von Kindern, wenn sie anfangen ihre Umwelt zu realisieren, und schauen, was sie so in den Kirchen finden. Die Frage, die dann irgendwie verst\u00f6rt, aber ehrlich kommt, \u201ewarum denn da jemand am Kreuz h\u00e4ngt\u201c, kann man nur ebenso ehrlich beantworten: \u201eWeil ihn noch niemand herunter genommen hat.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Vielleicht mag sie, lieber Leser, dies nun ersch\u00fcttern, aber genau betrachtet ist f\u00fcr viele Menschen dieses Bild nicht nur vertraut, es ist auch sehr angenehm. Das \u201eER-SIE-ES\u201c hat seinen fixierten Platz (am Kreuz), und man wei\u00df, wo man sich hinwenden muss \u2013 mitunter auch r\u00e4umlich. Die Vorstellung, dass wir in jeder Lebenssituation Gott ins Angesicht blicken (ob beim Duschen, beim Kochen am Herd oder beim Blick auf ein Werbeplakat oder in die Landschaft) oder wir vielleicht sogar wortw\u00f6rtlich auf ihm stehen oder sitzen, mag irgendwie irritieren. Und doch passt sie genau in jenes transzendente, wesensfreie Bild, dass Gott Alles durchflutet und in Allem zu finden ist \uf08a Ich bin der \u00abIch-bin-da\u00bb (Ex 4,14).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Wir sehen damit, dass sich die Vorstellungen von Gott \u00fcber die Jahrhunderte immer wieder ge\u00e4ndert haben. Aber auch bei uns lebenden Menschen sollte, oder vielmehr muss sich die Vorstellung von Gott \u00e4ndern, denn auch wir werden \u00e4lter, reifer, erfahrener und ver\u00e4ndern so unsere Sichtweise. Bleibt das Gottesbild also irgendwie in der Kindheit stecken, so wird eine vertiefte und reife Gottesbeziehung nicht eintreten. Die Gefahr, seinen Glauben deshalb zu verlieren und\/oder rasch \u00fcber Board zu werfen, wenn \u00e4u\u00dfere Eindr\u00fccke nicht mehr zu passen scheinen, ist dann sp\u00e4ter gro\u00df. Eine gesunde und fundierte Weiterentwicklung des Glaubens, und damit des \u201eGottesbildes\u201c, sollte daher jeder Christ als seine Pflicht ansehen und daf\u00fcr Sorge tragen. Was aber auch die Kirchen nicht von ihrer Pflicht entbindet, ein zeitgem\u00e4\u00dfes Bild von Gott zu vermitteln. Womit wir zu der Frage kommen:<\/span><\/p>\n<h2 class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt; color: #800000;\">Ist Gott eigentlich noch modern?<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Eine interessante Frage, denn heute gehen wir gern davon aus, dass &#8222;modern&#8220; zugleich &#8222;\u00fcberlegen&#8220; bedeutet, und das stimmt sicher etwa im Bereich der Mathematik, der Naturwissenschaften, oder der Technik. Aber gilt es auch f\u00fcr die Religion? \u00dcberlegenheit darf im Religi\u00f6sen eigentlich keine Kategorie sein, wird aber dennoch immer wieder angewendet, wenn es darum geht, \u201edie Anderen\u201c auszugrenzen, ihr \u201eBild von Gott\u201c zu schm\u00e4hen usw. Einer der Gr\u00fcnde, warum es dann zu Konflikten \u201eim Namen des Glaubens\u201c kommt, nur weil wir einmal mehr Gott menschliche Z\u00fcge verpassen wollen. Eine R\u00fcckbesinnung auf die Worte aus der sog. Bergpredigt sind hier sehr hilfreich: \u201eSelig, die keine Gewalt anwenden; \/ denn sie werden das Land erben.\u201c (Mt 5,5). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Obwohl auf der einen Seite so viele Menschen heute den Glauben abzulehnen scheinen, erlebt die Welt gleichzeitig ein Revival der Suche nach dem Religi\u00f6sen, und damit auch nach der Suche, wie wir uns Gott vorstellen k\u00f6nnen. Gott begegnet jedem Menschen in der Art, wie er oder sie es fassen kann. Somit ist das jeweilige Gottesbild ein ganz differenziertes und einmaliges. Gerade das unterstreicht den Satz aus Exodus 20,4 , denn es ist unm\u00f6glich sich <b>ein<\/b> Abbild zu machen, ohne ein anderes zu \u00fcbersehen. Jeglicher Ansatz eines Bildes sprengt unsere Wahrnehmung und Vorstellung, da es das wahre Antlitz Gottes einengt bzw. limitiert. Besonders wenn manche hier nach einem m\u00e4nnlichen oder weiblichen Gott fragen, f\u00fchrt dies einfach nur in eine geistige Sackgasse. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Damit liegt der Schluss nahe, dass es f\u00fcr uns nie leicht sein wird \u00fcber Gott zu sprechen, denn wie etwas erfassen, was nicht zu erfassen ist. Es gilt die Grenzen des Wissens prinzipiell anzuerkennen, auch wenn sich diese durch neue Erkenntnisse und Entdeckungen immer wieder neu verschieben. Gleichzeitig kann es keine religi\u00f6se Gewissheit geben und es m\u00fcssen Traditionen immer wieder neu hinterfragt werden. Die vielleicht bekannte Geschichte mit der Pfanne f\u00fcr den Lammbraten ist hier ein gutes Beispiel. Erst als der frisch angetraute Ehemann die Schwieger-Gro\u00dfmutter befragte, l\u00fcftete sich das Geheimnis um die eigenartige Schlichtung des Lammbratens in die Pfanne, wie es \u201eTradition\u201c war und es seine Frau, von ihrer Mutter \u00fcbernommen, praktizierte. Der Grund war ein vor Jahrzehnten verwendetes kleines Backrohr mit ebensolcher Pfanne. Obwohl sich das Equipment inzwischen lange ver\u00e4ndert hatte, wurde am \u201eRitual\u201c immer noch festgehalten. Diese Geschichte zeigt uns, dass es wichtig ist, immer wieder neu zu lernen, und dass lebendiger Glauben mit Vertrauen und Einlassen, und weniger mit Lehrs\u00e4tzen zu tun hat. Dann finden wir vielleicht auch ein zeitgem\u00e4\u00dfes Bild, das uns hilft Gott im Heute f\u00fcr uns zu erkennen und seine liebende N\u00e4he zu erfahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: trebuchet ms,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Gott ist also genauso \u201emodern\u201c oder \u201ealt\u201c wie der Mensch, oder das Bild, welches er sich von ihm macht. Dieses wird immer nur ein Schatten jenes wirklichen Bildes sein, das niemand von uns erfassen oder gar sehen kann. Er ist, \u201eder ich bin da\u201c, immer und \u00fcberall, in jedem Tropfen und in jedem Sandkorn. Es bedeutet gleichzeitig aber auch die Einladung: \u201eIch m\u00f6chte bei Dir sein, dein Freund und Helfer sein, sofern Du es zul\u00e4sst.\u201c Es liegt somit an jedem einzelnen von uns, sich auf das Abenteuer Gott und Glauben einzulassen, es zu vertiefen und sich davon beschenken zu lassen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit hatte ich eine intensiv-interessante und auch fordernde Diskussion zum Thema \u201eGottesbild\u201c. 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