In der geistigen Auseinandersetzung mit der derzeitigen Pandemie und ihren Folgen, dem teilweisen Versagen der politisch Verantwortlichen gegenüber den Herausforderungen, die diese mit sich bringt, und der Tatsache, dass sich die Karwoche mit großen Schritten nähert bin ich über die nachfolgenden Zeilen gestolpert. Zeilen, die zum Lesen einladen und zum Nachdenken anregen. Zeilen, die ein interessantes Bild des Leidens widerspiegeln und die Frage stellen, wozu das Leid und was hat das mit Gott zu tun?

„Die Geißelung“: Was wir aus dem Anschauen seines Leidens lernen können

Corona als die Geißelung der Gegenwart zu betrachten – das ist ein naheliegender Gedanke bei der Betrachtung der ersten Kreuzwegstation. Doch in der Krise geht es um mehr. Gott hofft auf Menschen vom Format Jesu. Und die finden sich an vielen Orten.

„Das Kreuz wie eine Krone tragen“, war das Motto von Edith Stein, also „wie eine Corona“. Die „vom Kreuz Gesegnete“, so ihr Ordensname, geht mitleidend für ihr Volk ins KZ, wo Peitsche und Ochsenziemer Menschen niederschlagen. Bis dorthin, wo bitter die Geißel des Unrechts herrscht, folgt sie dem mit-leidenden Christus auf seinem krönenden Osterweg. Er musste ja „mit lautem Schreien und unter Tränen“ selbst erst lernen, was es heißt, zu Gott zu gehören (Hebr 5,7ff). Continue Reading