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Nach der heutigen Feier der Seligsprechung unseres Gründers stellt sich die Frage, ob wir uns ihm nicht noch mehr annähern sollten. Ich beziehe mich auf die Sprache, die wir verwenden, wenn wir über ihn sprechen.

Natürlich ist es eine Frage der Höflichkeit, des Anstands und des Respekts, ihn bei seinem Namen zu nennen, Franziskus vom Kreuze Jordan. Aber ich frage mich, ob wir SalvatorianerInnen nicht lieber einfach von Pater Franziskus sprechen sollten. Denn allein durch die Verkürzung des Namens könnte er uns näher kommen und uns vertrauter werden. Wir könnten ihm vielleicht noch mehr als Mensch auf Augenhöhe begegnen. Ich persönlich glaube, dass das in seinem Sinne wäre, wenn wir uns als seine geistlichen Töchter und Söhne verstehen wollen.

Dieser Tag der Seligsprechung eröffnet vielleicht ein ganz neues Bild des Gründers: nicht das eines entrückten Menschen irgendwo unnahbar auf einer Wolke. Vielmehr sollten wir den von Gott berufenen Menschen neben uns entdecken. Einen Menschen, der trotz aller Rückschläge, trotz aller Ohnmacht, nicht aufgegeben hat, weil er die Flamme der Überzeugung in seinem Herzen spürte.

Pater Franziskus soll uns heute leiten, uns zeigen, wie wir seine Ideen und Pläne für die Welt von heute und morgen anpassen und weiterentwickeln können. So wie ein guter Lehrer, der dem Lehrling auf Augenhöhe begegnet, weil er weiß, dass er auf diese Weise viel mehr erreichen wird als aus einer Position von oben.

Eine andere Frage tauchte auf, ob P. Franziskus der Gründer der Laien-Salvatorianer ist. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn eine wirkliche anerkannte Organisation von “Laien-Salvatorianern” gab es in der Vergangenheit, besonders zu Zeiten von P. Franziskus, nicht. Und schon gar nicht eine, die er gegründet hätte, weil es zu viele Schwierigkeiten und Missverständnisse mit der Kirchenleitung gab. Vielleicht sollten wir also besser von unserem „Initiator“ sprechen, denn das ist es, was er wirklich getan hat. Inspiriert von seinen Gedanken und Visionen entstand der salvatorianische Laienzweig, nachdem die Kirche die wichtige Rolle der Laien im 2. vatikanischen Konzil anerkannt hat.

Mögen wir Salvatorianer auf diese Weise unserem Gründer und Initiator immer nahe sein, nicht als der ferne und unerreichbare Pater Jordan, sondern einfach als Pater Franziskus, der unseren heutigen Weg im Geiste mit uns geht.

Damit alle IHN erkennen …

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