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Soziale Gerechtigkeit

Immer öfter hören wir heute von Menschen, die trotz Arbeit mit dem dafür erhaltenen Lohn nicht ihr Auslangen finden - „working poor“ werden sie auch genannt. Dabei handelt es sich nicht nur um Menschen aus Randgruppen unserer Gesellschaft, immer öfter sind hier Menschen aus der Mittelschicht betroffen, die infolge Unfall, Krankheit, Alter oder Änderung ihrer familiären Verhältnisse in diese prekäre Lebenssituation abgleiten.

Frage: Kann jemand arm sein, der einen Fernseher besitzt?

 Schließlich dürfen nicht einmal Gerichtsvollzieher die Flimmerkiste pfänden, weil sie bei uns zu den notwendigen Dingen des täglichen Lebens gezählt wird. Der Fernseher gehört also zum Existenzminimum, ganz so wie Kleidung, Tische, Stühle, Betten und Haustiere. Mancherorts bedarf es sogar eines Autos, weil sonst ein Leben nicht mehr möglich ist, wo öffentlicher Verkehr fehlt.

Was Armut ist, ist schwer zu bestimmen, und wie sie gemessen werden kann, darüber gibt es immer wieder Streit. Schließlich geht es um gesellschaftlichen Status, Gerechtigkeit und Geld.

In einem wichtigen Punkt sind sich Volks-wirte, Wohlfahrtsverbände und Politiker aber einig: ein beängstigend großer Prozentsatz unserer Bevölkerung ist von Armut betroffen Ž konkret 492.000 in Österreich. Doch die Frage bleibt: Was ist Armut eigentlich in einem wohlhabenden Industriestaat, in dem niemand hungern muss und (fast) jeder Zugang zu medizinischer Betreuung hat?

Was ist sozial?

"Sozial ist nicht nur das, was Arbeit schafft, sondern Arbeit, die vor Armut schützt.", so das Anti-Armutsnetzwerk. "Ein niedriges Erwerbseinkommen schlägt sich auch in nicht-existenzsichernden Sozialleistungen bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und in der Pension nieder."

"Wer sein Leben lang in prekären Jobs arbeitet, wird keine existenzsichernde Pension zusammenbekommen, das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe sind so gering, dass man im Falle von Jobverlust davon keinen Tag überleben kann.

In Österreich sind über 100 000 Menschen nicht krankenversichert, das sind fast 2% der Wohnbevölkerung, die aufgrund ihrer prekären sozialen Lage nicht wissen, was sie mit ihren geringen Mitteln zuerst zahlen sollen: Miete, Lebensmittel oder Krankenversicherung?

Im Sozialstaat „rheinisch-korporatistischer“ Prägung wie in Österreich setzen sich prekäre Arbeitsverhältnisse und nicht durchgängige Erwerbsbiographien ungebrochen in den Systemen sozialer Sicherung fort. Dem stark am Versicherungsprinzip und am männlichen Ernährerhaushalt ausgerichteten Sozialstaatsmodell fehlen Mindestsicherungselemente, sowie universelle Leistungen und es mangelt an Bildungschancen unabhängig sozialer Herkunft wie auch an eigenständiger Existenzsicherung für Frauen", so die Armutskonferenz.

STIGMA

Menschen wollen und müssen mit anderen Menschen in Verbundenheit leben. Die Angst vor Ausschluss aus sozialen Zusammenhängen bringt uns dazu Verhaltensweisen, die die Gefahr des Ausschlusses mit sich bringen, zu vermeiden oder wenn das nicht mehr möglich ist, sie zu verstecken oder zu verleugnen. Scham beschäftigt uns nicht nur bei Geschehnissen, die bereits passiert sind (z.B. Kündigung, Delogierung, Gewalterlebnissen,...) sondern sie lenkt auch unser zukünftiges Verhalten.

Wir stehen nicht auf und protestieren, da wir Angst haben uns lächerlich zu machen oder wieder einmal das Gefühl der Ohnmacht zu spüren. Wir passen uns den Gegebenheiten an, verhalten uns ruhig, da wir Angst vor Attacken, Kritik und Entwertung haben. Die Scham repräsentiert einen inneren Selbstzwang, der uns in gesellschaftlich erwünschte Bahnen lenkt. Die Scham ist es auch, die uns schwächt, Selbstzweifel bestärkt und unsere Energien fesselt. In einer Gesellschaft der materiell Reichen, die uns (Ž wir sind alle SpielerInnen) in GewinnerInnen und VerliererInnen unterteilt, ist materielle Armut ein Stigma für alle erdenklichen negativen Eigenschaften oder einfach einer generellen Wertlosigkeit. Der beidseitige Prozess des nicht mehr teilhaben Könnens und des ausgeschlossen Werdens ist beschämend und entzieht den Betroffenen die Kraft für Veränderung und Lebensgestaltung.

GIB DEINEM NÄCHSTEN ACHTUNG UND WÜRDE!










Change your mind - 

change your world!




Leistungsträger?
- oder was wirklich Wert hat!

Eine Studie der New Economics Foundation (nef) in Großbritannien hat ergeben, dass Finanzmanager zum gesellschaftlichen Wohlstand weniger beitragen als etwa Putzpersonal in Krankenhäusern oder Müllpersonal. Im Gegenteil: sie sollen sogar Wert vernichten. Noch destruktiver als die Banker seien Werbefachleute und Steuerberater.

Um den Wert einer beruflichen Tätigkeit für die Gesellschaft zu bemessen, stellten die Experten dem Einkommen soziale, wirtschaftliche und Umwelt-Leistungen gegenüber. So werden mit den Gehältern etwa Steuerzahlungen und die Anzahl geschaffener Jobs verglichen, um zu erkennen, inwieweit eine Berufsgruppe Werte für die Gesellschaft erzeugt oder sie zerstört. Bislang reflektieren Lohnverhältnisse den wahren von einzelnen Berufsgruppen geschaffenen Wert oft nicht.

Danach vernichten Top-Banker mit einem Jahres-einkommen von ca. 1,5 Mio. Euro und mehr für jeden Euro, den sie verdienen, 7 € an Wert. Bei Steuerberatern fällt die Bilanz noch schlechter aus  → Verhältnis 1:47.

Im Gegensatz dazu schafft etwa Putzpersonal in Kranken-häusern einen gesellschaftlichen Mehrwert von zehn Euro pro einem verdientem Euro. Müllpersonal generiert angesichts des Beitrags für die Umwelt zwölf Euro für die Gesellschaft und Kinderbetreuer erarbeiten einen zusätzlichen Gewinn zwischen sieben und 9,50 Euro pro einem verdientem Euro!

Somit ist ein neuer Denkansatz gefragt!

Krisenkinder:
Europas Jugend auf dem Rückzug

Kein Job, keine Perspektive und kaum Hoffnung – Europas Jugend fühlt sich immer öfter abgehängt. Wirtschaftskrise, politische Umbrüche oder gesellschaftlicher Wandel treffen gerade sie oft unvorbereitet und hart. Doch statt zu rebellieren, reagiert Europas Jugend mit Rückzug.

No Future

Neet’s heißen sie: no education, no employment, no training. In England wird die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die weder arbeiten noch in Lehre oder Schulausbildung sind, bald die Millionengrenze überschreiten. Fördermaßnahmen und Weiterbildungsprojekte erreichen sie nicht. Denn viele haben sich längst aufgegeben.

Letzte Ausfahrt Kazantip

Jedes Jahr rufen sie „ihre Republik“ aus: Kazantip in der Ukraine. Jeweils für einen Monat wird hier ein eigener Staat gegründet – die „Republik des Glücks“. Die vordergründige Maxime: „Sei glücklich und habe Spass!“ Doch dahinter steckt vor allem die Frustration über die bestehenden Verhältnisse und die eigene Chancenlosigkeit. Vor allem osteuropäische Jugendliche versuchen auf dem größten Musikfestival Europas jedes Jahr der Realität zu entfliehen.

Generation  PREKÄR

Sie haben studiert mit besten Noten, sie haben Praktika absolviert und Auslandserfahrung. Sie haben alles richtig gemacht - und fassen dennoch nicht Fuß auf dem Arbeitsmarkt. Die Wirtschaftskrise trägt immer mehr junge Akademiker aus der Kurve. Statt Traumjob und Karriere geht es immer öfter ums reine Geldverdienen und topausgebildete Akademiker landen so an der Supermarktkasse oder in fragwürdigen Jobs am Rande der modernen Sklaverei.

Immer selbstverständlicher wird dadurch der Alkoholrausch am Wochenende und der Genuß leichter Drogen. Wie sonst lässt sich denn dem Wahnsinn der gestohlenen Perspektiven entfliehen?

Unsere Gesellschaft muss entweder unheimlich dumm oder unglaublich reich - oder aber beides in krimineller Kombination sein, wenn sie so mit ihren wertvollsten Besitz (= junge und bestens ausgebildete Arbeitskräfte) verfährt.

Höchste Zeit für die Notbremse!













Und was heisst das für mich?

Mehr soziale Ungleichheit heißt mehr Krankheiten und geringere Lebenserwartung, mehr Teenager-Schwanger­-schaften, mehr Status-Stress, weniger Vertrauen, mehr Gewalt und mehr soziale Ghettos. Eine sozial polarisierte Gesellschaft bringt Nachteile nicht nur für die Ärmsten, sondern auch für die Mitte. Es konnte ein erstaunlich hoher Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und dem Anteil am Volkseinkommen, welchen die ärmeren Haushalte beziehen, nachgewiesen werden. Die Ausgewogenheit von Ein­kommensverhältnissen und Statusunterschieden wurde als jener Faktor identifiziert, der am stärksten die schlechtere Gesundheit Ärmerer erklärt. Der Anstieg der Lebenser­wart­ung in einem Zeitraum fiel umso größer aus, je größer der relative Zuwachs an Einkommen der ärmeren Haushalte war. Nicht wie reich wir insgesamt sind, ist hier der entscheidende Punkt, sondern wie die Unter­schiede zwischen uns sind. Wer arm ist und sich materiell verbessert, erhält einen deutlichen Anstieg der Zufriedenheit. Die Effekte sind bei Ärmeren besonders stark.

Insgesamt sind Menschen mit höherem Einkommen zufriedener und äußern höheres Wohlbefinden. Allerdings erfolgt ab einem gewissen Einkommen keine Steigerung mehr (Sättigung). Anders bei Gesundheit und Lebenserwartung: Gesundheit und Lebenserwartung steigt mit höherem Ein­kom­men und sozialen Status linear.

Mehr chronische Krankheiten, mehr Schulabbrecher, mehr Gefängnisinsassen, mehr Gewalt, mehr soziale Probleme verursachen volkswirtschaftliche Kosten anderswo. Mehr Armut und soziale Ungleichheit ist teuer und schadet allen.

Du kannst etwas dagegen tun!

Bedingungsloses GrundEinkommen 

- ist ein sozialpolitisches Finanztransferkonzept, nach dem jeder Bürger – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche – vom Staat ausgezahlte – finanzielle Zuwendung erhält, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Es wird in Finanztransfermodellen meist als Finanzleistung diskutiert, die ohne weitere Einkommen oder bedingte Sozialhilfe existenzsichernd wäre.

Das BGE ermöglicht jedem Menschen ein menschenwürdiges Leben, da es die Voraussetzung zur individuellen Freiheit schafft. Damit funktioniert auch Selbstverwirklichung mit Tätigkeiten, die nicht als Erwerbsarbeit entlohnt werden. Gemeint sind damit Tätigkeiten, die normalerweise nicht bezahlt werden, außer sie werden von Institutionen übernommen, wie z. B. Kindererziehung, Betreuung nicht selbständiger Menschen (Alte, Behinderte), Jugendarbeit oder andere Arbeiten im sozialen Bereich. Die oben angesprochene Stigmatisierung fällt somit auch weg. Das BGE führt zu einer Verbesserung der sozialen Sicherheit, es ermöglicht durchgehende Teilhabe und vermeidet Ausgrenzung. Und es gestattet alternative Lebenspläne einzuschlagen, wie z. B. Bildungsphasen, oder Auszeiten - die die Erwerbsarbeit unterbrechen.

Das BGE wird oftmals deshalb aus bestimmter Richtung kritisiert, da es die individuelle Risikobereitschaft erhöht, Selbständigkeit und Unternehmergeist und damit Innovation und Flexibilität fördert. Die Abhängigkeit von einem Unternehmer bzw. einem Unternehmen wird dadurch durchbrochen. Dieser muss sich nun mehr anstrengen um gute Arbeitskräfte zu halten. Diese größere Unabhängigkeit verringert den innerbetrieblichen Konkurrenzkampf, sie vermindert Mobbing und verbessert das Betriebsklima mit der Folge, dass negativer Stress und psychische Krankheiten abnehmen – was das Gesundheitssystem entlastet.


Des Weiteren würde bisher schlecht bezahlte, aber notwendige Arbeit weit besser bezahlt, attraktiver gestaltet oder durch Maschinen ersetzt werden. Demnach würde sich der Arbeitsmarkt künftig derart an Angebot und Nachfrage orientieren, wie es in unserer heutigen Marktwirtschaft wegen des Arbeitszwanges nicht der Fall ist.

Das BGE wirkt auch ökonomisch, da sich damit die Lohnnebenkosten senken lassen, da die Fixkosten des Arbeitnehmers abnehmen. Es senkt die Arbeitslosigkeit und die Anzahl der prekär Beschäftigten. Durch die oben schon erwähnten neuen Möglichkeiten im sozialen Bereich werden auch hier die Kosten reduziert.

Aus diesen Gründen lohnt es sich, über das BGE weiter nachzudenken und Modelle für die Umsetzung zu entwickeln.

Informiere Dich und Unterstütze die Idee des BGE!


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